Wie jedes Jahr an Pfingsten fuhr ich an diesem Wochenende ins wunderschöne Ruhrgebiet um meine Herzfreundin Stephy zu besuchen. Dass dies mal wieder voller kulinarischer Experimente werden würde, wusste ich schon beim Tasche packen. Doch dieses Mal sollte ich einen Exkurs ins vegane Backen wagen. Für mich als "Allesfresser" (okay, nicht alles - würde es nur noch Karotten, rote Beete, Rosenkohl und Rharbarber geben, ich wäre schwuppdiwupp magersüchtig!) war dies die perfekte Herausforderung.
Als Vorlage diente meine Browniestorte mit Mascarpone und Erdbeercoulis, die ich vor einiger Zeit mal für einen Geburtstag gebacken habe. Zugegeben: Es hätte natürlich auch was einfacheres sein können. Als ich sie nämlich das erste Mal gemacht habe, war ich viel zu ungeduldig und so rutschten Mascarpone und Erdbeercoulis vom Kuchen auf den Teller und danach schwamm mein Kühlschrank, duftete zwar unglaublich lecker, aber war im Ganzen ein kleines Erdbeersahneschwimmbad. Diesmal sollte es besser werden.
Wir fingen mit dem Boden an, backten ihn und stellten ihn kalt. Beim Versuch eine vegane Mascarpone zu kredenzen, scheiterten wir kläglich, da dieses Internet uns zwar eine allgemein verständliche Anleitung gab, sie aber trotz der Zugabe von Agar Agar (Bindemittel, ähnlich der herkömmlichen Gelatine) nicht fest werden wollte. Ich hatte sie auf den Boden gepinselt, stellte alles wieder kalt, aber als Stephy die Erdbeeren darüber gab, hatte ich ein Déja-Vu: ALLES, ABER AUCH WIRKLICH ALLES rutschte runter, ich hielt mir die Augen zu und flüsterte stetig: "Ohgott, ohgott, ich kann da nicht hingucken, ich kann da nicht hingucken." Vollends genervt gaben wir auf und wollten schon unser Vorhaben über Bord werfen, als Stephys Freund um die Ecke kam und rational feststellte, dass wir doch stattdessen einfach Hula La Sahne als Mascarpone-Ersatz nehmen sollten. Gesagt, getan und wir hatten im Handumdrehen eine wunderhübsche "Schneelandschaft" gebaut, worauf das Erdbeercoulis wunderbar hielt und auch die flüssige Schokolade rutschte nicht runter.
Und hier nun das Rezept, veganisiert und die herkömmliche Version in Klammern:
Zutaten:
250g TK-Erdbeeren (frische Erdbeeren gehen natürlich auch)
125g + etwas Alsan (Butter)
150g + 50g Zartbitterkuvertüre
3 TL No Egg auf 6 EL Wasser (3 Eier Gr.M)
Salz
125g + 25g Zucker
50g Mehl
4EL Orangensaft
125g Gelierzucker (1:1)
150g + 50g Hula La Schlagsahne (normale Schlagsahne)
15g Kokosfett (zB Palmin)
Für die normale Variante noch zusätzlich:
250g Mascarpone
1 Päckchen Vanillezucker
Zubereitung:
1) Erdbeeren auftauen lassen, eine Springform (wenn vorhanden eine kleinere als 26cm, da der Boden sonst so dünn wird) einfetten; Backofen vorheizen (E-Herd: 175°; Umluft: 150°)
2) Für den Teig 150g Zartbitterkuvertüre hacken und mit 125g Alsan (Butter) im heißen Wasserbad schmelzen; ca. 5min. abkühlen lassen. 3TL No Egg mit 6EL Wasser mischen und mit 125g Zucker verrühren (Eier trennen, Eiweiß mit 1 Prise Salz steif schlagen; Eigelb mit 125g Zucker kurz verrühren). Flüssige Schokobutter esslöffelweise unterrühren. Mehl kurz unterrühren (Eischnee in 2 Portionen unterrühren). Teig in der Springform glatt ziehen und im heißen Ofen ca. 25min. backen. Komplett auskühlen lassen.
3) Für das Erdbeercoulis die Hälfte der Erdbeeren und 2EL Orangensaft mit einem Stabmixer pürieren; mit Gelierzucker in einen Topf geben und unter Rühren aufkochen, mind. 4min. sprudelnd kochen; Rest Erdbeeren unterrühren. Komplett auskühlen lassen.
4) Für die Soße 50g Zartbitterkuvertüre hacken; mit 50g Hula La (Schlagsahne) und Kokosfett in einen Topf geben. Bei schwacher Hitze unter Rühren schmelzen lassen. 10-15min. auskühlen lassen.
5) Für die Creme 150g Hula La (Schlagsahne) steif schlagen. (Mascarpone, 25g Zucker, Vanillezucker und 2 EL Orangensaft cremig rühren. Sahne unterheben)
6) Kuchen aus der Form lösen und auf eine Tortenplatte setzen. Hula La (Mascarponecreme) auf den Kuchen geben und locker verstreichen. Erdbeercoulis darauf verteilen, Schokoladensoße darüber geben.
Viel Spaß beim Backen. :)

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